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Komponisten und Werke

Anton Webern

Geboren 3. Dezember 1883 in Wien
Gestorben 15. September 1945 in Mittersill

Anton Webern nimmt 1902 seine Studien der Musikwissenschaft an der Universität von Wien auf und promoviert 1906 mit einer Arbeit über die Werke von Heinrich Adler. Während seiner Studienjahre ist er zwei wichtigen Einflüssen ausgesetzt, die sich später grundlegend auf sein Schaffen auswirken werden. Bei Arnold Schönberg studiert Webern Komposition und lernt von ihm die Zwölftontechnik. Der zweite stilbildende Einfluss ist sein Studium der Musik des 15. und 16. Jahrhunderts und der Werke der flämischen Meister, deren komplizierte Verwendung des Kontrapunkts auch auf verschiedenen Ebenen in Weberns eigenen Kompositionen zu beobachten ist. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Alban Berg gründen Webern und Schönberg die "neue Wiener Schule" der in Reihentechnik ausgeführten Kompositionen, die einen weit reichenden Einfluss auf die Entwicklung der Musik des 20. Jahrhunderts haben soll. Webern erkennt, dass das Zwölftonprinzip eine Strenge und Virtuosität der Polyphonie erlaubt, die vergleichbar ist mit derjenigen der Renaissance-Meister, die er studiert hat. Im Gegensatz zu Schönberg versucht er nun nicht mehr, auf eine andere Art zu komponieren. Als die Nazis an die Macht kommen, verliert er auf Grund seiner linken Gesinnung jede öffentliche Unterstützung und Stellung. Nach Beendigung des Krieges wird der Komponist versehentlich von einem Besatzungssoldaten erschossen, der ihn für einen Schwarzmarkthändler hält. Die Aufführung des Gesamtwerks von Webern dauert nur drei Stunden.

Vier Stücke, Op. 7 (1910)
Friedrich Wildgans schreibt in seinem Werkekatalog über Weberns Op. 7:
"Diese hoch konzentrierten Stücke (...) zeigen bereits die bewussten Versuche des Komponisten, jeden musikalischen Gedanken in der denkbar kürzesten Form auszudrücken. Sie sind sozusagen die Grundlage und der Ausgangspunkt für diejenigen Arbeiten der mittleren Periode - ohne auf dem Konzept der Zwölftonstruktur aufgebaut zu sein -, die schließlich die herkömmliche Tonalität und auch die traditionelle thematische Form völlig aufgeben. An ihre Stelle tritt eine an Motiven ausgerichtete Arbeit mit extrem kurzen Themen, die oft nur aus einigen wenigen expressiven, isolierten Einzelnoten bestehen, die als Thema dienen."

Die Vier Stücke sind jeweils nur 9, 24, 15 und 15 Takte lang. Die dynamische Palette weist eindeutig in Richtung pianissimo und pianississimo mit nur sparsam gesetzten lauten Ausbrüchen. Die Metrik ändert sich oft, manchmal in jedem Takt. Es gibt keine notierte Tonart, jede Note hat ihr eigenes Alterationszeichen. In einem solch extrem konzentrierten Werk wird nichts der Imagination überlassen. Jeder Ton, jede Nuancierung von Farbe. Tempo und Dynamik ist für die Aufführung der Vier Stücke von größter Bedeutung.

Ileen Zovluck



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